Pastoralraum Dünnernthal

Direkt zum Seiteninhalt
Mensch, wo bist du?
«Die Frage ist nicht, wo Gott ist, sondern wo der Mensch ist.»
Uwe Appold
Wo ist der Mensch - auf dem Hungertuch?
Dazu sagt der Künstler:
Dieser Titel «Mensch, wo bist du?» passt ganz genau zu dem, was zu sehen ist. Wenn ich mir das Bild anschaue, muss ich meine Position dazu beziehen. Damit gebe ich dann schon die erste Antwort auf die Frage: «Mensch, wo bist du?» Und diese Frage Gottes an die Menschen passt genau so zu der Erde von Gethsemane wie zu dem unfertigen gemeinsamen Haus, an dem wir arbeiten müssen. Es passt aber auch zu dem Nimbus, zu diesem heiligen Ernst, den das Bild ausstrahlt. Auch dazu muss man immer in Beziehung treten. Das kann ich viel besser, wenn ich keinen konkreten Menschen sehe, sondern eine abstrahierte Gestalt und versuchen muss, aus meiner eigenen Geschichte heraus die Antwort zu geben.
Zu den Gestaltungselementen des Bildes

Dunkle Erde
Auf dem blauen Grund breitet sich dunkle Erde aus. Von oben nach unten schmaler werdend, steht sie mit dem Ring und dem Haus in einer vertikalen Achse. Das Erdfeld
ist zerklüftet. Dunkle Gipfel ragen wie Inseln aus dem helleren Ozean. Der Künstler hat dafür Erde aus dem Garten Gethsemane verwendet. Mit der so entstandenen Höhen und Tiefenstruktur erinnert uns das Erdreich an die Erde als Heimat für alle Geschöpfe und als Lebensraum, der uns anvertraut ist. Zwölf grössere, aus der Erde gesiebte
Steine wurden eingearbeitet und in Rot und Gold gefasst. Sie stehen symbolisch für die zwölf Stämme Israels, die das von Gott verheissene Land bebauten, und für die
Männer und Frauen, die Jesu Botschaft weitersagten.

Der goldene Ring
Er bildet die optische Mitte des Bildes. Der Ring ist ein Symbol für den Kern unseres Glaubens: die Zusage Gottes, dass seine Liebe allen gilt. Allen Menschen, unabhängig
von Geschlecht und Herkunft, ist die gleiche Würde eigen.

Das Haus
Für das Haus-Symbol im Ring wurde Erde vom Garten Gethsemane getrocknet. Die ungeformte Erde umgibt das Haus. Das Haus selbst aber ist von Menschenhand gemacht,
begrenzt und gleichzeitig auch offen gehalten. In seiner Begrenzung vermittelt das Haus Sicherheit und ist Heimat. In seiner Offenheit lädt es uns ein, am unfertigen
Haus unserer gemeinsamen Erde zu arbeiten.

Die Schriftzeichen
Die abstrakten Schriftzeichen in der linken unteren Ecke wecken Neugier und wollen entziffert werden. Sie beziehen sich auf Christus, symbolisiert durch das rote Kreuz
links und das weisse Namenszeichen von Jesus Christus, IX, auf der rechten Seite. In Christus sind Anfang und Ende, Himmel und Erde. Der Schriftzug endet mit einer aufrecht gestellten liegenden Acht als Zeichen der Unendlichkeit – Ausdruck dafür, dass Gott uns als aufrechte Menschen will.

Rot-blaue Gestalt
«Mensch, wo bist du?», war Gottes Frage. Das Bild zeigt uns den Menschen in der Gestalt unten rechts. Sie ist rotblau bekleidet. Der Mensch ist also nicht mehr nackt, wie im Paradies, aber damit auch nicht mehr unschuldig. In die geschwungene Linie aus Edelstahl ist der Name Jesu Christi eingekerbt. Im Kontakt mit dem Boden am Bildrand und mit zum Himmel hin geöffneten Armen scheint die Gestalt bereit zu sein, sich in den Dienst von Gott und Menschen zu stellen und Verantwortung zu übernehmen.
Quelle: Fastenopfer, Text und Bild
Zurück zum Seiteninhalt